Dienstag, 13. Oktober 2009

Familienbund: Ja zur Nachmittagsbetreuung, Nein zur Verpflichtung



Präs. LAbg. Gottweis: Zustimmung zum Ausbau der schulischen Nachmittagsbetreuung, aber klare Ablehnung der Ganztagsschule / Familienbund ist für Wahlfreiheit =


St.Pölten (13. oktober 2009) - Wir brauchen dringend mehr Möglichkeiten einer schulischen Nachmittagsbetreuung, aber nur auf freiwilliger Basis, sagte heute die Präsidentin des Österreichischen Familienbundes, LAbg. Andrea Gottweis zur aktuellen Diskussion.
Unbestritten ist, dass der Bedarf einer Betreuung nach der Schule in den letzten Jahren dramatisch angestiegen ist und auch ausgebaut werden muss. Ein großes Anliegen ist dem Familienbund in diesem Zusammenhang vor allem eine Qualitätssicherung. Eine qualitätsvolle Nachmittagsbetreuung, die sich nicht nur auf "Betreuung" beschränkt, sondern auch sicherstellt, dass Hausübungen gemacht werden und im Bedarfsfall auch geübt wird, ist das Ziel, betonte Gottweis.


Schulische Nachmittagsbetreuung muss außerdem auf freiwilliger Basis angeboten werden. Der Familienbund lehnt eine Ganztagsschule, die verpflichtend verschränkten Unterricht anbietet, also Unterricht am Nachmittag, der alle Kinder zwingt in der Schule zu bleiben, ab. Es muss Familien freigestellt bleiben, ob sie ihre Kinder fremdbetreut haben wollen oder zum Beispiel auf Grund einer Teilzeitbeschäftigung ihr Kind selbst zu Hause betreuen wollen. Das oberste Prinzip muss im Sinne der Subsidiarität jenes der Wahlfreiheit sein, unterstrich die Familienbund-Präsidentin.


Keine Infrastruktur für Ganztagsschulen


Die Infrastruktur in der Mehrheit der Österreichischen Schulen ist nicht auf eine Ganztagsbetreuung ausgelegt, so Gottweis weiter. Es ist Kindern und Jugendlichen nicht zuzumuten den ganzen Tag auf ihrem Schreibpult zu sitzen und ihr Mittagsessen einzunehmen. An den Schulen fehlen Speisesäle, Küchen und Rückzugsmöglichkeiten für den Nachmittag. Kinder brauchen während des Tages "Auszeiten" wo sie sich einfach erholen können, wo sie Möglichkeiten der Freizeitgestaltung wie sporteln und spielen haben, das kann die Schulstruktur zurzeit größtenteils nicht bieten.


"Unterwerfen wir doch nicht alles den Bedürfnissen der Eltern, sondern denken wir auch einmal an das Wohl der Kinder, geben wir Kindern mehr Elternzeit" sagte Gottweis abschließend.

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